Allemansrätten - Das Jedermannsrecht

In Schweden ist es fast überall erlaubt, eine Nacht zu zelten. - © DEMIDE - Fotolia.com

In Schweden hat jeder den gleichen Zugang zur Natur - das Jedermannsrecht macht es möglich. Demnach steht es jedem zu, sich in der Landschaft frei zu bewegen, in den Seen und Flüssen zu schwimmen oder sie mit einem Boot zu befahren. Auch das Pflücken von Beeren und Pilzen im Wald gehört dazu. Das Jedermannsrecht besteht bereits seit Generationen und reicht damit viel tiefer als ein bloßes Gesetzt, es ist Teil der schwedischen Identität. Das Jedermannsrecht gilt neben Schweden auch in Finnland und Norwegen. Wer sich an die Regeln hält, wird in Schweden keine Probleme bekommen. Grundsätzlich gilt: Nicht stören, nicht zerstören. Alle Seen und Küsten stehen jedem offen, auch wenn sie in Privatbesitz sind. Eine Ausnahme sind Wohngrundstücke, diese dürfen nicht einfach betreten werden. Dies würde als Hausfriedensbruch gelten. Das Gleiche gilt für Gebiete, die aufgrund behördlicher Erlasse nicht betreten werden dürfen, etwa Brutgebiete bestimmter Vögel oder andere Schutzgebiete. Auch in Nationalparks gelten unter Umständen strengere Regeln. Informieren Sie sich am besten im Voraus in einer zuständigen Touristeninformation. Das Jedermannsrecht erlaubt es, jeden See mit einem Boot zu befahren. Wer mit einem Motorboot unterwegs ist, sollte aber tunlichst Rücksicht auf Mensch und Natur nehmen. Die Benutzung von Jet-Skies ist in Schweden mit sehr wenigen Ausnahmen verboten. Zum Jedermannsrecht gehört auch das Recht, dass jeder wilde Beeren, Pilze oder Blumen sammeln darf. Bäume und Sträucher sind von dieser Regelung aber ausdrücklich ausgenommen, es ist nicht erlaubt, Äste oder Zweige abzubrechen. Selbstverständlich dürfen Bäume auch nicht gefällt werden. Ausgenommen vom Jedermannsrecht sind auch unter Naturschutz stehende Pflanze, diese dürfen nicht beschädigt werden. Wenn Sie sich unsicher sind, ob eine bestimmte Pflanze unter Naturschutz steht, können Sie sich in einem regionalen Touristenbüro informieren. Die dortigen Mitarbeiten helfen Ihnen gerne weiter. 

Camping in freier Natur

Es darf in der freien Natur jeweils für eine Nacht an einem Ort übernachtet werden, hierbei ist jedoch ein geeigneter Abstand zu Häusern zu halten. Idealerweise bleiben Sie außer Sichtweite von Wohnhäusern. Mit einem Wohnwagen darf man für eine Nacht am Straßenrand bleiben. Oder Sie begeben sich auf einen der vielen und sehr gepflegten Campingplätze Schwedens. Wer beabsichtigt, ein offenes Feuer zu machen, sollte sich unbedingt über die vor Ort geltende Waldbrandwarnstufe informieren. In Schweden wird die Waldbrandgefahr in fünf Stufen unterteilt. In Gebieten mit der Stufe eins bis drei ist das Entzünden eines offen Feuers gestattet, in Gebieten der Stufe vier oder fünf streng verboten. Als Brennmaterial können herumliegende Äste oder Reisig verwendet werden, es dürfen aber keine Zweige oder Äste von Bäumen abgebrochen oder abgehackt werden. Achten Sie unbedingt darauf, dass sich in der Nähe Ihrer Feuerstelle keinerlei brennbaren Materialien befinden und löschen Sie das Feuer sorgfältig. Lagerplätze müssen so zurückgelassen werden, wie sie vorgefunden wurden. Müll und Abfälle dürfen auf keinen Fall liegen gelassen werden. Nicht nur geht z.B. von herumliegenden Glasflaschen eine hohe Waldbrandgefahr aus, Tiere können die Abfälle auch für Nahrung halten und an den Folgen sterben. 

Mit Hunden in Schwedens Natur unterwegs

Wer seinen Hund mit nach Schweden nimmt, muss beachten, dass Hunde zwischen dem 1. März und dem 20. August angeleint werden müssen, um Wildtiere und ihre Jungen zu schützen. Sollte Ihr Hund dazu neigen, zu jagen, sollten Sie diesen unbedingt auch außerhalb dieser Zeit anleinen.