Auswandern mit Kindern

Auswandern mit KindernSchweden ist ein sehr kinderfreundliches Land, in dem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Regel problemlos funktioniert. Wenn Sie mit Ihren Kindern nach Schweden auswandern möchten, haben diese dort das gleiche Recht, die staatlichen Bildungseinrichtungen zu besuchen, wie schwedische Kinder auch. Meistens stehen für Kinder bis zu zehn Jahren Ganztagsbetreuungsplätze ohne lange Wartezeit zur Verfügung. Die Gebühren dafür hängen vom Einkommen der Eltern ab, betragen aber maximal 135 Euro im Monat. Die Nachmittagsbetreuung des ersten Schulkindes kostet höchstens 90 Euro monatlich, für die Geschwister ist sie günstiger.

In Schweden ist es üblich, dass beide Elternteile arbeiten. Deshalb besuchen über 80 Prozent der ein- bis fünfjährigen Kinder eine Kindertagesstätte oder einen Kindergarten. Manche Kindertagesstätten haben rund um die Uhr geöffnet. Eltern, die Kinder im Alter bis acht Jahre haben, haben ein Recht auf eine Teilzeitstelle. Arbeitgeber haben in Schweden häufig auch Verständnis dafür, wenn die Eltern kurzfristig Zeit für ihre Kinder brauchen.

Das schwedische Schulsystem

In Schweden sind Kinder von 7 bis 16 Jahren schulpflichtig. Die Länge des Schultages legt jede Gemeinde selbst fest, sie beträgt für jüngere Kinder bis zu sechs Stunden, für ältere bis zu acht Stunden. Sommerferien sind von Anfang Juni bis Ende August. Kinder von vier bis sechs Jahren können die freiwillige Vorschule besuchen. Etwa Dreiviertel aller Schulkinder nutzen die Freizeitbetreuung am Nachmittag, deren Öffnungszeiten sich häufig flexibel nach den Arbeitszeiten der Eltern richten. Auch in den Schulferien werden Betreuungsangebote bereitgestellt.

Der Schulbesuch sowie der Schultransport, Lernmittel und Schulmahlzeiten sind kostenlos. Die Grundschule dauert sechs Jahre, im Anschluss daran beginnt für alle Kinder eine dreijährige Gymnasialschule. Diese hat jedoch nichts mit dem deutschen Gymnasium zu tun, sondern gleicht mehr einer Gesamtschule. Noten gibt es in Schweden erst ab dem sechsten Schuljahr. Diese unterscheiden sich auch nur in die drei Kategorien "sehr gut", "bestanden" oder "durchgefallen". Die Dauer eines Schultags kann von den Gemeinden selbst festgelegt werden, verbreitet sind Schultage von 8 bis 15 Uhr. Das Mittagessen bekommen die Schüler in der Schulmensa. Nach der neunten Klasse endet die Schulpflicht in Schweden. Etwa 80% aller Schüler besuchen aber darüber hinaus eine weiterführende Schule. Hier gibt es sowohl berufs- als auch studiumvorbereitende Zweige. Eine duale Berufsausbildung wie in Deutschland gibt es in Schweden nicht. Im Anschluss an die weiterführende Schule haben die Schuler die Möglichkeit, eine Hochschule zu besuchen. Das Hochschulstudium in Schweden entspricht etwa dem in Deutschland.

Sozialleistungen für Familien

Für Kinder bis 16 Jahren bzw. bis zum Ende der Schulzeit bekommen die Eltern ein Kindergeld. Es beträgt umgerechnet etwa 113 Euro bei einem Kind, 236 Euro bei zwei Kindern und 387 Euro bei drei Kindern. Eltern haben ein Recht auf 18 Monate Elternzeit. Diese können Sie untereinander aufteilen, jeder muss jedoch mindestens zwei Monate in Anspruch nehmen. Nimmt nur ein Elternteil Elternzeit, sinkt diese auf 16 Monate. Dadurch wird die Chancengleichheit von Männern und Frauen im Beruf gestärkt. Einen gesetzlich verankerten Mutterschutz gibt es in Schweden nicht. Die Elternzeit kann von der Mutter aber bereits ab 60 Tagen vor dem errechneten Geburtstermin in Anspruch genommen werden. Nach der Geburt stehen dem Vater 10 Tage bezahlter Urlaub zu. Ein Elterngeld wird in den ersten 13 Monaten gezahlt. Es beträgt, bis zu einer Höchstgrenze, 80 Prozent des Bruttoeinkommens. Danach werden für jeden Elterntag 19 Euro ausbezahlt. Die Elterntage können bis zum 8. Lebensjahr eines Kindes in Anspruch genommen werden, zum Beispiel, um Teilzeit zu arbeiten.